Sonstige Projekte

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Projekt:

Seit 2018: Buch: Trauer und Spiritualität

(gemeinsam mit Dr. Dr. I. Ohl)

Trauer, wie sie hier im Kontext dieser vorliegenden Texte verstanden wird, soll nicht als Symptom oder Symptomenkomplex gesehen werden, sondern als ein emotionales und kognitives Geschehen bzw. ein Zustand, welche/r in ersten Linie der Begleitung durch Mitmenschen und Mitfühlenden bedarf, und erst in zweiter Linie eines Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin, einer Seelsorgerin oder eines Seelsorgers.

Ziel des Buches ist eine einerseits differenzierte Darstellung von religionsspezifischen und durch die kulturellen Rahmenbedingungen geprägten, aber auch soziobiologisch determinierten Vorstellungen und Denkmustern des Menschen bezüglich Trauer, Sterben, Tod und Jenseits. Andererseits setzt sich das Buch mit den hiermit verbundenen Glaubenspraktiken und dem diesbezüglich spezifischen Verhalten auseinander. Theorie wie Praxis werden dann gemeinsam in Beziehung gesetzt zur psychotherapeutischen Arbeit mit dem Betroffenen und der Betroffenen.

Therapeuten und Therapeutinnen wie Seelsorgern und Seelsorgerinnen kommen hierbei eine übergreifende Rolle zu – er bzw. sie begleitet, unterstützt, aber versucht auch Sinn zu vermitteln in Momenten der Sinnlosigkeit des Verlustes, oder hilft dabei, die Sinnlosigkeit auszuhalten.

Der Therapeut oder die Therapeutin kann trauernde Patienten und Patientinnen allerdings erst dann in ihrer Trauer wirksam unterstützen, wenn die verschiedenen Aspekte des Umgangs mit einem als existentiell wahrgenommenen Verlust in der Therapie auch berücksichtigt werden. Und hierzu gehört das Wissen um die religiöse Grundeinstellung, um die Glaubens-konzepte des Patienten oder der Patientin und sein bzw. ihr diesbezüglich relevanter weltanschaulicher Hintergrund.

  • Ohls I, Kaiser P 2020. Existenzieller Umgang mit Trauer und Verlusten – welche Hilfe bieten die (Welt-) Religionen im psychiatrisch-psychotherapeutischen Kontext? Psychiatrie-Verlag Publikation geplant  September 2020

Abgeschlossene Projekte:

2019 „Religiöse und spirituelle Ressourcen in der Traumaverarbeitung nach Flucht und Migration“ an der Virtuellen Hochschule Bayern.

Dieser Online-Kurs der Virtuellen Hochschule Bayern, einem Verband mehrerer Hochschulen in Bayern wurde unter der fachlichen Leitung von Prof. E. Frick und Frau Prof. E. Maidl konzipiert.

Für Überlebende von Traumata können Religion und Spiritualität (R/S) sowohl eine einzigartige Ressource sein als auch ein großes Risiko darstellen – manchmal beides gleichzeitig. Gezeigt werden soll daher, wie sich betreuende Personen einen Eindruck von der religiös-spirituellen Orientierung verschaffen und wie sie mit den hilfreichen und problematischen Aspekten umgehen können. Ein besonderer Fokus liegt darauf, welche Ressourcen Religion und Spiritualität in kultur- und religionsspezifischer Hinsicht für den und die Einzelne bereitstellen können, sowohl für die Betroffenen zur Verarbeitung der schweren Erfahrungen wie auch für die Helfenden zur Selbstsorge. Praktische Tools für ein Empowerment werden angeboten.

Zentrale Ziele des Kurses sind:

  • Wissen um die Bedeutung von R/S nach Traumatisierungen bei Flucht und Migration
  • Wahrnehmungs- und Sprachkompetenz für R/S
  • Transkulturelle Kompetenz im Umgang mit R/S
  • Reflexion der Zwiespältigkeit von R/S als Ressource und/oder Belastung
  • Kenntnis von Möglichkeiten zum Empowerment von traumatisierten Menschen
  • Kenntnis von Möglichkeiten zur eigenen religiösen/spirituellen Ressourcenstärkung

Quelle: Kaiser P 2019. ReSpicCare. Religiöse und spirituelle Ressourcen in der Traumaverarbeitung nach Flucht und Migration. Lektion 1: Trauma – einige Basisinformationen; Lektion 4: Coping – Wie gehen Menschen mit schwierigen Lebensereignissen um? In:  (Frick E, Maidl E). Virtuelle Hochschule Bayern VHB. Online-Kurs (Open Access), 4 Lektionen, 20 Unterrichtseinheiten  

Link: https://open.vhb.org/blocks/ildmetaselect/detailpage.php?id=112